Kelim erklärt
Kurz gesagt: Ein Kelim ist ein flach gewebter Teppich ohne Flor. Er wird aus Wolle oder Baumwolle gewebt, nicht geknüpft, ist dünn und leicht und zeigt oft geometrische Muster. Kelim und Kilim sind dasselbe Wort in zwei Schreibweisen.
Ein Kelim fällt auf, ohne laut zu sein: klare Linien, kräftige Farben, ein flaches Gewebe. Viele fragen sich beim ersten Kontakt, was ein Kelim eigentlich genau ist und wie er sich von einem klassischen Teppich unterscheidet. Dieser Ratgeber erklärt Herkunft, Machart, Muster und Pflege.
Was ist ein Kelim?
Ein Kelim ist ein Flachgewebe. Anders als beim geknüpften Teppich gibt es keinen Flor aus einzelnen Knoten. Die Fäden werden wie bei einem Stoff verwebt, und das Muster entsteht durch farbige Schussfäden, die das Gewebe vollständig bedecken. Deshalb ist ein Kelim auf beiden Seiten fast gleich und deutlich dünner als ein Knüpfteppich.
Das Wort stammt aus dem Türkischen (kilim) und ist im Deutschen in den Schreibweisen Kelim und Kilim üblich. Beides meint dasselbe.
Herkunft: Wo Kelims zu Hause sind
Flachgewebe sind in vielen Teilen Vorderasiens und Südosteuropas üblich, vor allem in Anatolien, im Kaukasus, im Iran, in Zentralasien, auf dem Balkan und in Nordafrika. Sie wurden traditionell von Familien oder Nomadengruppen selbst gewebt, für den eigenen Bedarf: als Bodenbelag, Trennwand, Sitzauflage oder Packtasche. Weil ein Kelim leicht ist und sich zusammenrollen lässt, passte er gut zum Leben unterwegs.
Welche Region ein einzelnes Stück hat, lässt sich bei modernen Teppichen nicht immer zuverlässig sagen. Seriöse Händler benennen deshalb, wo ein Teppich gefertigt wurde, und sprechen sonst vom Stil.
Webtechnik: Wie ein Kelim entsteht
Bei einem Kelim spannen die Weber Kettfäden auf und führen die farbigen Schussfäden hin und her. Wo sich zwei Farbflächen treffen, wenden die Fäden um benachbarte Kettfäden herum. Bei vielen traditionellen Kelims entsteht dadurch ein kleiner Schlitz zwischen den Farbflächen, der dem Muster scharfe Kanten gibt. Diese Technik heißt Schlitzwebtechnik.
Das hat Folgen für Aussehen und Alltag. Kelims sind flach und dünn, die Muster meist gradlinig mit Rauten, Streifen, Zickzack und Dreiecken. Ein Kelim lässt sich leichter falten und lagern als ein Knüpfteppich. Dafür gibt er weniger Polster ab und dämpft Schritte kaum.
Muster und Bedeutung
Typisch sind geometrische Formen: Rauten, Dreiecke, Treppen, Zickzacklinien und Streifen. Viele Muster werden in der Überlieferung gedeutet, etwa als Schutz, Fruchtbarkeit oder Familie. Solche Deutungen sind nicht einheitlich belegt und je nach Region verschieden. Wir nennen sie deshalb Überlieferungen und keine festen Regeln. Für die Kaufentscheidung ist wichtiger, ob Farben und Muster zu Ihrem Raum passen.
Wenn Sie einen ruhigen Look suchen, wählen Sie gedeckte Töne und feine Streifen. Wer Farbe im Raum möchte, findet kräftige Rot-, Blau- und Ockertöne in großzügig gemusterten Stücken.
Kelim oder Teppich? Der Vergleich
| Kelim | Geknüpfter Teppich | |
|---|---|---|
| Machart | Gewebt, flach | Geknüpft, mit Flor |
| Dicke | Dünn und leicht | Dicker, mit Polster |
| Muster | Oft geometrisch | Geometrisch oder floral |
| Komfort | Fest, wenig Polster | Weicher, wärmer |
| Lagern | Leicht zu falten | Schwerer |
| Reinigung | Meist einfach auszuklopfen und zu saugen | Je nach Flor aufwendiger |
Ehrlich gesagt: Ein Kelim ist kein Kuschelteppich. Wer barfuß auf weichem Flor laufen will, wird mit einem Hochflor zufriedener. Wer Wert auf Optik, Stil und leichte Pflege legt, findet im Kelim eine gute Wahl.
Für welche Räume eignet sich ein Kelim?
- Flur und Küche: Ein Läufer in Kelimoptik verträgt Schuhe und ist leicht zu pflegen.
- Wohnzimmer: Als Blickfang unter dem Couchtisch oder im Boho- und Landhausstil.
- Esszimmer: Stühle lassen sich auf dem flachen Gewebe leicht verschieben.
- Schlafzimmer und Arbeitszimmer: Als Akzent neben dem Bett oder unter dem Schreibtisch.
Auf glatten Böden empfehlen wir eine Antirutschunterlage. Welche passt, steht im Ratgeber Antirutschmatte.
Pflege
Einen Kelim saugen Sie am besten ohne rotierende Bürste, denn die Schussfäden können sich lösen. Fransen schonen Sie, indem Sie nur leicht darüber fahren. Kleine Kelims lassen sich ausklopfen. Flecken tupfen Sie sofort auf, statt zu reiben. Wolle verträgt nur wenig Wasser, deshalb gilt für die Tiefenreinigung: lieber einem Fachbetrieb überlassen. Mehr dazu im Ratgeber Teppich reinigen und pflegen.
Häufige Fragen
Kelim oder Kilim: Was ist richtig?
Beide Schreibweisen sind gebräuchlich und meinen dasselbe. Kilim ist näher an der türkischen Schreibweise, Kelim ist im Deutschen häufig.
Wie unterscheidet sich ein Kelim vom Teppich?
Ein Kelim ist gewebt und flach, ein klassischer Teppich ist geknüpft und hat einen Flor. Dadurch ist der Kelim dünner, leichter und hat weniger Polster.
Ist ein Kelim für den Boden geeignet?
Ja, Kelims wurden traditionell als Bodenbelag genutzt. Für stark begangene Bereiche sollten Sie auf eine dichte Webart achten und eine Antirutschunterlage verwenden.
Fazit
Ein Kelim ist leicht, flach, vielseitig und gut zu pflegen. Er passt zu vielen Einrichtungsstilen, braucht aber ein wenig Verständnis für sein Material. Entdecken Sie unsere Kelim-Teppiche und Orientteppiche, oder stöbern Sie bei den Teppichen für das Wohnzimmer. Die passende Größe finden Sie mit dem Größenratgeber, und wie ein Orientteppich aufgebaut ist, erfahren Sie im Ratgeber Orientteppich erklärt.
Fragen zu einem bestimmten Modell? Schreiben Sie uns an info@tigin.eu.
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